YEAH, BABY, YEAH!!!
Donnerstag, Mai 18, 2006
Wie der geneigte Leser dieses Blogs sicherlich schon in einem vorherigen Posting gelesen hat, hatte ich vor einiger Zeit meine jetzige Wohnung gekündigt. Logischerweise sucht man da auch nach was Neuem. Klar. Verwöhnt und mit überzogenen Vorstellungen behaftet, war ich allerdings schon beim Durchstöbern der Wohnungsanzeigen in der Zeitung (und auch im Netz) eher enttäuscht, denn
Nachdem ich fast 10 Minuten bei Wohnung Nr. 2 wartete, tauchte eine freundliche Dame auf, die wenigstens einen netten Eindruck machte. Gut so. Wir stiefelten also in die (uff!) 4. Etage und schon beim Betreten wusste ich, dass das nix wird. Die Aufteilung war zwar gut, die Räume groß, aber alles ziemlich ungepflegt. Der große Balkon (immerhin!) zeigte zur Hinterseite der Kaufmännischen Lehranstalten. Super!!! *narf* Außerdem war auf dem Balkonboden der Putz (oder wie man das nennt) total kaputt, das Balkongeländer marode und die Wohnung an sich machte auch keinen besseren Eindruck. Das Bad hatte kein Fenster - großer Fauxpas. Ich HASSE diese verdammten Lüftungen. Die Miete war für diese Bude viel zu hoch angesetzt und so verließ ich die Wohnung mit einem leicht deprimierten Gefühl. Ich mein, nicht dass so langsam die Zeit drückt. Neiiiin. Immerhin muss ich aus der jetzigen Wohnung ja erst zum 30. Juni raus. Jede Menge Zeit also... oder?! *augenverdreh*
Okay, also Kopfhörer in die Ohren, wieder nach Hause laufen, Kopf unterwegs ordentlich hängen lassen. Alles wird gut, alles wird gut! So lief ich also heim und ein paar Schritte, bevor ich in meine Straße einbiege, sehe ich in einem Fenster ein Wohnungsangebot (genauer gesagt ging es um drei Wohnungen) zwei Häuser von mir entfernt. Ich zückte also Stift und Papier und wollte mir grad die Telefonnummer aufschreiben, als mich ein leicht verwarzter Typ ansprach. Huh, was will der? Nachdem ich die Kopfhörer aus den Ohren gezogen hatte, konnte ich sein Anliegen gleich viel besser verstehen: "Hätten Sie Interesse an einer dieser Wohnungen?" - "Ja, hab ich." - "Wollen Sie die gleich besichtigen? Ich hab nämlich die Schlüssel..." Naja, wer sagt da nein, zumal zumindest der Preis ganz in Ordnung schien...
Wir betraten also das Haus, Altbau, nicht grad super gepflegt, aber noch okay. Ich will ja auch nicht im Treppenhaus wohnen, is klar, oder?! Wir betreten die Wohnung in der 1. Etage ("Haben Sie nicht auch Interesse an ner Vierzimmer, die hat auch nen Balkon...") und ich bin angenehm überrascht, dass es nicht ganz so schlimm aussieht, wie in den üblicherweise arg verwohnten Altbauwohnungen in diesem Viertel. Die "Vierzimmer" entpuppt sich als inzwischen zur "Dreizimmer" mutiert, "weil der Vormieter die Zwischenwand hier rausgerissen hat, damit er ein größeres Wohnzimmer hat". Bei der Erwähnung "größeres Wohnzimmer" bekomme ich große Augen und betrete ein kahles Zimmer mit äußerst einladender großer Wohnfläche. Na hallo, hier ist Platz! Punkt 1 meiner großen Wunschvorstellung wäre damit bereits erfüllt: Ein Tanzsaal von einem Wohnzimmer. Glücklicherweise ist das Zimmer irgendwie kein rechteckiges Bassin sondern eher der um die Ecke geschlungenen Art mit Platz für eine gemütliche üppige Leseecke. Exzellent!
Weiter gehts über den Flur und in die restlichen Katakomben dieser Wohnung. Die Größe ist genau mein Ding ("Das sind 98 Quadratmeter, da hammse ordentlich Platz..."), die Zimmeraufteilung völlig okay, sogar die Küche hat noch nen Balkon, der zwar zum Hinterhof geht und von dem ich den Nachbarn beim Kochen zugucken kann, aber... das kenne ich auch aus meiner jetzigen Wohnung - deren einziger(!) Balkon übrigens nur nen Meterfuffzich vom Nachbarbalkon entfernt und zudem noch kleiner ist, als der an dieser Küche. Das Badezimmer wartet überraschenderweise sowohl mit Badewanne als auch Dusche auf und ist bis auf den Riss in der Duschwannenverfugung auch in Ordnung und sauber(!). Ja, ich hatte Blut geleckt...
Aber es waren ja noch zwei andere Wohnungen, die man sich angucken konnte. Die "Dreizimmer" in der 2. Etage war auch nett, etwas gepflegter, dafür aber leider auch ohne Badewanne und Balkon. Die in der 4. Etage war wie die aus der Zweiten letztendlich, hatte aber ne Badewanne und den Ausblick zur anderen Seite. Naja, okay, nett, aber... Nein, ich wollte den großen Balkon, ich wollte viel Platz, ich wollte die Badewanne - es war also klar, für welche Wohnung ich mich entschieden hatte, oder? Mein Traum von einer grooooßen, leicht schraddeligen Altbauwohnung schien schon in greifbarer Nähe zu sein. Nun hieß es also, die Konditionen abzuchecken und so gab mir der Hausmeister also die Telefonnummer des Hausverwalters. Ab 9.00 Uhr am nächsten Tag wäre er zu erreichen. Nun gut...
Nachdem ich es am Folgetag gegen 14.00 Uhr endlich geschafft hatte, Herrn Hausverwaltung an der Strippe zu haben, vereinbarten wir einen Termin für 16.30 Uhr, zu dem ich - wie es sich gehört - pünktlich erschien. Wir handelten den Mietpreis und die Nebenkosten aus, er fragte, was noch alles in der Wohnung gemacht werden sollte, und notierte alles im Mietvertrag... Jaaaaaa, ich habe unterschrieben! Jaaaaaaa, ich habe eine Traumwohnung gefunden. Toll, toll, toll! Preis: 300,- Euro kalt plus 75 Euro Nebenkosten plus Strom/Gas. Allein die Kaltmiete ist 130,- Euro geringer als die meiner jetzigen Wohnung. Und eine Person wird auch weniger Gas, Strom und Wasser verbrauchen. Ich spare also ganz ordentlich - und das mit reellem Zugewinn.
Fazit der Geschichte inkl. mentaler Rückblende: In wichtigen Momenten bin ich irgendwie immer eines von diesen Glückskindern gewesen. War in der Schule so, nachm Abi, mit meiner Bewerbung für eine Ausbildungsstelle, meinem Vollzeitvertrag nach der verkürzten Ausbildung usw. Offenbar hat ein gewisses Maß an kindlich-naivem Optimismus positive Auswirkungen. Wenn jemand eine bessere Erklärung hat, dann bitte her damit...
Fotos von meinem Wohntraum werden folgen - versprochen!
- entweder war die Wohnung zu klein
- in einem desolaten Zustand
- total verbaut
- Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte nicht
- Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte, war aber trotzdem viel zu teuer
Nachdem ich fast 10 Minuten bei Wohnung Nr. 2 wartete, tauchte eine freundliche Dame auf, die wenigstens einen netten Eindruck machte. Gut so. Wir stiefelten also in die (uff!) 4. Etage und schon beim Betreten wusste ich, dass das nix wird. Die Aufteilung war zwar gut, die Räume groß, aber alles ziemlich ungepflegt. Der große Balkon (immerhin!) zeigte zur Hinterseite der Kaufmännischen Lehranstalten. Super!!! *narf* Außerdem war auf dem Balkonboden der Putz (oder wie man das nennt) total kaputt, das Balkongeländer marode und die Wohnung an sich machte auch keinen besseren Eindruck. Das Bad hatte kein Fenster - großer Fauxpas. Ich HASSE diese verdammten Lüftungen. Die Miete war für diese Bude viel zu hoch angesetzt und so verließ ich die Wohnung mit einem leicht deprimierten Gefühl. Ich mein, nicht dass so langsam die Zeit drückt. Neiiiin. Immerhin muss ich aus der jetzigen Wohnung ja erst zum 30. Juni raus. Jede Menge Zeit also... oder?! *augenverdreh*
Okay, also Kopfhörer in die Ohren, wieder nach Hause laufen, Kopf unterwegs ordentlich hängen lassen. Alles wird gut, alles wird gut! So lief ich also heim und ein paar Schritte, bevor ich in meine Straße einbiege, sehe ich in einem Fenster ein Wohnungsangebot (genauer gesagt ging es um drei Wohnungen) zwei Häuser von mir entfernt. Ich zückte also Stift und Papier und wollte mir grad die Telefonnummer aufschreiben, als mich ein leicht verwarzter Typ ansprach. Huh, was will der? Nachdem ich die Kopfhörer aus den Ohren gezogen hatte, konnte ich sein Anliegen gleich viel besser verstehen: "Hätten Sie Interesse an einer dieser Wohnungen?" - "Ja, hab ich." - "Wollen Sie die gleich besichtigen? Ich hab nämlich die Schlüssel..." Naja, wer sagt da nein, zumal zumindest der Preis ganz in Ordnung schien...
Wir betraten also das Haus, Altbau, nicht grad super gepflegt, aber noch okay. Ich will ja auch nicht im Treppenhaus wohnen, is klar, oder?! Wir betreten die Wohnung in der 1. Etage ("Haben Sie nicht auch Interesse an ner Vierzimmer, die hat auch nen Balkon...") und ich bin angenehm überrascht, dass es nicht ganz so schlimm aussieht, wie in den üblicherweise arg verwohnten Altbauwohnungen in diesem Viertel. Die "Vierzimmer" entpuppt sich als inzwischen zur "Dreizimmer" mutiert, "weil der Vormieter die Zwischenwand hier rausgerissen hat, damit er ein größeres Wohnzimmer hat". Bei der Erwähnung "größeres Wohnzimmer" bekomme ich große Augen und betrete ein kahles Zimmer mit äußerst einladender großer Wohnfläche. Na hallo, hier ist Platz! Punkt 1 meiner großen Wunschvorstellung wäre damit bereits erfüllt: Ein Tanzsaal von einem Wohnzimmer. Glücklicherweise ist das Zimmer irgendwie kein rechteckiges Bassin sondern eher der um die Ecke geschlungenen Art mit Platz für eine gemütliche üppige Leseecke. Exzellent!
Weiter gehts über den Flur und in die restlichen Katakomben dieser Wohnung. Die Größe ist genau mein Ding ("Das sind 98 Quadratmeter, da hammse ordentlich Platz..."), die Zimmeraufteilung völlig okay, sogar die Küche hat noch nen Balkon, der zwar zum Hinterhof geht und von dem ich den Nachbarn beim Kochen zugucken kann, aber... das kenne ich auch aus meiner jetzigen Wohnung - deren einziger(!) Balkon übrigens nur nen Meterfuffzich vom Nachbarbalkon entfernt und zudem noch kleiner ist, als der an dieser Küche. Das Badezimmer wartet überraschenderweise sowohl mit Badewanne als auch Dusche auf und ist bis auf den Riss in der Duschwannenverfugung auch in Ordnung und sauber(!). Ja, ich hatte Blut geleckt...
Aber es waren ja noch zwei andere Wohnungen, die man sich angucken konnte. Die "Dreizimmer" in der 2. Etage war auch nett, etwas gepflegter, dafür aber leider auch ohne Badewanne und Balkon. Die in der 4. Etage war wie die aus der Zweiten letztendlich, hatte aber ne Badewanne und den Ausblick zur anderen Seite. Naja, okay, nett, aber... Nein, ich wollte den großen Balkon, ich wollte viel Platz, ich wollte die Badewanne - es war also klar, für welche Wohnung ich mich entschieden hatte, oder? Mein Traum von einer grooooßen, leicht schraddeligen Altbauwohnung schien schon in greifbarer Nähe zu sein. Nun hieß es also, die Konditionen abzuchecken und so gab mir der Hausmeister also die Telefonnummer des Hausverwalters. Ab 9.00 Uhr am nächsten Tag wäre er zu erreichen. Nun gut...
Nachdem ich es am Folgetag gegen 14.00 Uhr endlich geschafft hatte, Herrn Hausverwaltung an der Strippe zu haben, vereinbarten wir einen Termin für 16.30 Uhr, zu dem ich - wie es sich gehört - pünktlich erschien. Wir handelten den Mietpreis und die Nebenkosten aus, er fragte, was noch alles in der Wohnung gemacht werden sollte, und notierte alles im Mietvertrag... Jaaaaaa, ich habe unterschrieben! Jaaaaaaa, ich habe eine Traumwohnung gefunden. Toll, toll, toll! Preis: 300,- Euro kalt plus 75 Euro Nebenkosten plus Strom/Gas. Allein die Kaltmiete ist 130,- Euro geringer als die meiner jetzigen Wohnung. Und eine Person wird auch weniger Gas, Strom und Wasser verbrauchen. Ich spare also ganz ordentlich - und das mit reellem Zugewinn.
Fazit der Geschichte inkl. mentaler Rückblende: In wichtigen Momenten bin ich irgendwie immer eines von diesen Glückskindern gewesen. War in der Schule so, nachm Abi, mit meiner Bewerbung für eine Ausbildungsstelle, meinem Vollzeitvertrag nach der verkürzten Ausbildung usw. Offenbar hat ein gewisses Maß an kindlich-naivem Optimismus positive Auswirkungen. Wenn jemand eine bessere Erklärung hat, dann bitte her damit...
Fotos von meinem Wohntraum werden folgen - versprochen!
